Feuerwerk

Feuerwerk über Ruhrort
Feuerwerk über Ruhrort, Fotograf: Raimond Spekking, Datum 16. Jul. 2004

Als Feuerwerk bezeichnet man das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen und Feuerwerkskörpern.

Die ersten Feuerwerke gab es wahrscheinlich in China. Heutzutage werden in Amerika und Europa Feuerwerke vor allem zu Neujahr abgefeuert. Zusätzlich werden Feuerwerke zu länderspezifischen Feiertagen, wie zum Beispiel dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, oder zu Großveranstaltungen (große Sportereignisse, Kirmes, Musikfestivals, etc.) gezündet. In Asien werden Feuerwerke üblicherweise im Sommer abgefeuert.

In Deutschland ist der Verkauf von Feuerwerkskörpern an Privatpersonen nur in den letzten drei Tagen des Jahres gestattet; gezündet werden dürfen sie nur in der Neujahrsnacht. Wer zu anderen Terminen Feuerwerke veranstalten möchte, muss dafür eine behördliche Genehmigung beantragen. Diese Genehmigungen beziehen sich auf ein Zeitfenster, d.h. das Feuerwerk darf nicht vor einer bestimmten Uhrzeit begonnen werden und muss spätestens zu einer bestimmten Uhrzeit enden.

Am häufigsten verwendeter pyrotechnischer Satz in der Feuerwerkerei ist Schwarzpulver, das vor allem als Ausstoßladung und Zerlegerladung Verwendung findet. Die charakteristischen Leucht- und Farbeffekte entstehen durch Zusatz von verschiedenen Stoffen zu den pyrotechnischen Sätzen:

Sehr heiß abbrennende Stoffe erhöhen die Leuchtkraft und die Intensität der Flamme. Um die Brillanz und die Farbintensität zu verstärken werden den Sätzen verschiedene chlorhaltige Stoffe (z.B. PVC) beigemischt.

Man unterscheidet zwischen Boden- und Höhenfeuerwerk. Zum Bodenfeuerwerk gehören fest mit dem Boden verankerte Feuerwerkskörper wie Fontänen, Vulkane oder Sonnen. Sie werden oft auch zu Musik abgebrannt. Zum Höhenfeuerwerk zählt man Feuerwerkskörper, deren Effektträger sich vom Boden lösen (bedingt durch die Ausstoßladung) und in der Luft explodieren (bedingt durch die Zerlegerladung). Dazu zählen Kugelbomben, Zylinderbomben, Bombetten oder Raketen.

Feuerwerk
Feuerwerk, Foto:Public Domain

Feuerwerkskörper

Als Feuerwerkskörper werden pyrotechnische Gegenstände bezeichnet, die für Feuerwerkszwecke dienen. Nicht zu den Feuerwerkskörpern gerechnet werden pyrotechnische Gegenstände, die als Notsignale (Signalrakete), für den militärischen Einsatz (Schlachtfeldbeleuchtung) oder für technische Experimente dienen.

Typen von Feuerwerkskörpern

Rechtliches

In Deutschland werden pyrotechnische Gegenstände gemäß dem Sprengstoffrecht zunächst nach dem Verwendungszweck eingeteilt:

Pyrotechnische Gegenstände für Vergnügungszwecke:

  1. Klasse I: ganzjährig verkaufbar, Erwerb auch von Jugendlichen möglich
  2. Klasse II: Abgabe und Verwendung nur zu Silvester oder an lizenzierte Pyrotechniker erlaubt
  3. Klasse III: Abgabe nur an lizenzierte Pyrotechniker erlaubt (sehr selten)
  4. Klasse IV: Abgabe nur an lizenzierte Pyrotechniker erlaubt, nicht BAM-geprüft

Pyrotechnische Gegenstände für technische Zwecke:

  1. Klasse T1 - Technisches Feuerwerk (erhältlich ab 18), z.B. Modellraketentreibsätze, Bengalfackeln etc
  2. Klasse T2 - Technisches Feuerwerk (erhältlich nur für Pyrotechniker)

Der Import von Feuerwerkskörpern nach Deutschland ist auch aus EU-Staaten verboten.

Feuerwerksrakete

Eine Feuerwerksrakete ist, wie jede Rakete, ein Fluggerät, das sich durch Rückstoß fortbewegt. Am Gipfelpunkt der Flugbahn werden meist verschiedene Effekte (Sterne, Böller, Crackling Stars, etc.) ausgeworfen.

Aufbau

Eine Feuerwerksrakete besteht meist aus folgenden Elementen:

Der Treibstoff im Treibsatz ist meistens Schwarzpulver, welchem funkenerzeugende Stoffe, wie grobe Holzkohle oder Aluminiumspäne für einen schönen Funkenschweif beigemengt werden. Die Treibsätze sind auf den optischen Effekt und weniger auf die Leistung optimiert. Dies unterscheidet die Treibsätze von Feuerwerksraketen grundsätzlich von den Modellraketen-Treibsätzen.

Der Effektsatz in der Spitze besteht aus dragierten Leuchtkugeln, welche aber auch in Zylinderform vorliegen können. Zur Erzielung einer Flammenfärbung und gleichzeitig als Oxidationsmittel werden verschiedene Alkalimetall-Nitrate verwendet, wie Bariumnitrat für grün, Natrium-Salze für gelb und Strontiumnitrat für die Rotfärbung. Als Brennstoff dienen meist Schwefel, Holzkohle und/oder verschiedene Harze. Silberne Funken werden mit Zusätzen von Metallspänen, wie Aluminium oder Magnesium, erzeugt. Zur Verteilung der Effektladung am Gipfelpunkt der Raketenflugbahn wird zuletzt noch etwas gekörntes, loses Schwarzpulver in die Raketenspitze gegeben.

Damit die Rakete gerade in den Nachthimmel aufsteigt, wird zuletzt ein Leitstab seitlich angeklebt. Dieser ist für die saubere Flugbahn verantwortlich und verhindert ein "Überschlagen" der Rakete in der Luft. Es gab auch zeitweise Feuerwerksraketen, die ähnlich wie richtige Raketen mit Hilfe von Heckflossen stabilisiert werden. Obwohl diese Raketen kleiner sind als solche mit Leitstäben und auch ohne besondere Startvorrichtung gestartet werden können, haben sich diese Bauarten für Feuerwerksraketen nicht durchsetzen können, da diese Feuerwerksraketen wegen ihres höheren Volumens einen größeren Platz in den Verkaufsständen beansprucht haben. Auch gab es gelegentlich Probleme mit der Flugstabilität.

Rechtliches

Feuerwerksraketen der Klasse BAM-PII dürfen in Deutschland nur an voll geschäftsfähige Personen (ab 18 Jahre) verkauft werden. Dennoch gibt es jedes Jahr eine hohe Zahl z.T. schwerer Verletzungen, die durch eine unsachgemäße Handhabung hervorgerufen werden. Im Grossfeuerwerk werden Feuerwerksraketen aufgrund der erhöhten Sicherheitsabstände immer mehr durch Feuerwerksbomben, welche aus Mörsern verschossen werden, ersetzt.

Pyrotechnik

Die Pyrotechnik (von griechisch to pyr = Feuer) weist auf eine Technik in Verbindung mit – meist explosiv ablaufender – Verbrennung hin. Pyrotechnische Erzeugnisse sind z.B. Streichhölzer oder die Treibladungen in Airbags. Sie bestehen in der Regel aus mehreren Komponenten: einem Sauerstoffspender wie Salpeter und einem Brennstoff wie Kohle, Schwefel oder Aluminium. Diese Stoffe unterscheiden sich etwas von den typischen Sprengstoffen, da sie meist – physikalisch gesehen – nur schnell abbrennen und nicht detonieren.

Silvester-Feuerwerk
Silvester-Feuerwerk in Zwickau, Fotograf André Karwath , 1. Januar 2005

Sie können aber durchaus auch Sprengstoffcharakter haben. Z.B. explodiert das ungepresste und patronierte Pulver eines Luftheulers mit einem lauten Knall (fast schon vergleichbar mit TNT); während es im stark gepressten Originalzustand nur unter hellem Pfeifen abbrennt. (Dieser Effekt tritt nicht durch eine Pfeife o.ä. auf, sondern basiert auf der Tatsache, daß das Gemisch schichtenweise - bis zu mehreren tausend Mal pro Sekunde - abbrennt.) Besondere Bedeutung hat die Pyrotechnik zunehmend im Technik-Bereich, z.B. als Seenotsignale, bei Rettungseinrichtungen in Luft und Raumfahrt, im Kfz-Sicherheitsbereich und auch in Kunst und Unterhaltung (Show- und Theaterfeuerwerk (Feuershow), Film-Spezialeffekte), wobei insbesondere im Bereich der Feststoffraketen schwer die Abgrenzung zur eigentlichen Raketentechnik zu machen ist. Die Berufsbilder, welche damit im Zusammenhang stehen, heißen Pyrotechniker und Feuerwerker, wobei ersterer meist in der Herstellung und Entwicklung, letzterer beim Gestalten und Abbrennen von Feuerwerken tätig ist. Aus historischen Gründen werden Munitionsfachleute des Militärs und z.T. auch Sprengmittelentschärfer und -räumer ebenfalls als (Militär-)Feuerwerker bezeichnet. Gegenstände mit pyrotechnischen Materialien unterliegen in fast jedem Land dem nationalen Sprengstoffrecht.

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